Einmal zu Nordkap und zurück

Moderator: Rüdiger Fecht

Einmal zu Nordkap und zurück

Beitragvon RoterBaron » Donnerstag 31. März 2011, 16:41

Einmal zum Nordkap und zurück.

12.06.87 1. Tag

Ich war noch nie in Skandinavien, nun sollte es endlich soweit sein. Mein Bekannter Peter und ich planten diese Reise zum Nordkap.

17:45 Peter war pünktlich und holte mich ab. Schnell noch ein Kaffee zusammen getrunken und schon ging es los.

In Travemünde schien die Sonne. Nun hieß es warten um 22:00 ging die Nils Holgersson. Für mich war alles neu.

Ich stellte mir zwei Fragen: Werden wir Elche sehen und gibt Trolle wirklich.

Ein erstes Erlebnis hatte ich gleich als von der Toilette kam. Ein schwedischer Trucker kreuzte meinen Weg und wir stießen fast zusammen. Er hat mich furchtbar angemacht. Ich dachte nur. Das kann ja was werden, hoffentlich sind die nicht alle so drauf.

22:00 wir sind in einen neuen Wartebereich nach der Passkontrolle und warten das wir auf das Schiff können.

22:45 Nun stehen wir immer noch hier und warten, nichts zu sehen von dem Schiff.
Da kommt es endlich es ist 23:00.

Ab 23:30 beginnt das ausladen, was da so alles runterkommt. Für mich ist das natürlich wahnsinnig spannend. 00:00 endlich beginnen die mit dem Aufladen.

Fähre Nils Holgersson.jpg
Fähre Nils Holgersson
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Um 00.35 kommen wir endlich auf das Schiff. Peter möchte noch was essen. Ich trotte mit. Manche Leute essen noch dicke Lachssteaks um 01:00 nachts, bääh

Nun um 01:05 schippern wir endlich los. Später sehen wir uns noch dass Schiff an. Es ist einfach super. Im Restaurant gibt es Life Musik. Unsere Kabine ist klein und sauber, ist ja auch noch fast neu das Schiff. An den Treppenaufgängen sind Bilder gemalt und überall ist Nils Holgersson zu sehen.
01:30 ab ins Bett.

13.06.87 2.Tag

06:00 wir haben eine Stunde Verspätung, dafür ist das Wetter gut. Am Nebentisch sitzt irgendwas verwuscheltes. Ist das ein Troll?

07:30 Wir sitzen im Auto im Mitteldeck. Es gibt drei Decks mit je vier Spuren
übereinander. Eine Familie sucht schon ganz aufgeregt ihr Auto, dass haben wohl ein paar Schiffstrolle versteckt.

08:00 Nun dürfen wir von Bord fahren, schon Wahnsinn was da so drauf war. Kurz durch die Pass und Zollkontrolle. Ach, das war eine nette Zöllnerin. Nun brauchen wir noch einen neuen Stecker für den Kühlschrank. An der Tanke bekommen wir einen. Fix mit meinen geschickten Fingerchen angebaut und wir können weiter.

09:00 Wir fahren Richtung Malmö. Tolle Gegend, viel Raps und etwas Heide sind zu sehen.
11:00 Bei einer kleinen Pause sehen wir uns einen Glasladen an. Tolle Sachen. Dort steht ein Bus aus Bayern und alle in Lederhosen. Aaaaaaaaah!!

13:30 machen wir eine Mittagspause am Vättern. Oh, ist der groß. Wir genießen den schönen Ausblick.

17:45 Wir treffen bei Peters Schwester kurz vor Stockholm, in ihren mitten im Wald gelegenen, Häuschen ein. Das grillen wird vorbereitet und Peter verwandelt sich langsam in einen Waldtroll. Ich noch nicht.

Hier sagen sich Elche und Murmeltier gute Nacht.

14.06.87 3.Tag

05:30 Meine eingebaute Weckautomatik funktioniert, die richtige Uhr nicht.
Glück gehabt, wir müssen bald los.

06:45 Abfahrt . Wir fahren durch das noch verschlafene Stockholm Richtung Kappelskär. Nach Stockholm muss ich irgendwann noch mal.

09:00 Wir warten auf die Fähre Diana 2 ( später hieß sie Estonia )
Abfahrt soll um 10.00 sein und pünktlich geht es los. Das Schiff ist etwas kleiner als die N.H. aber was da auch so drauf geht.

Nach dem Mittagessen leisten wir uns den Luxus und gehen durch den Duty Free Shop. Alles schön, schön teuer. Aber die Skandinavier kaufen wie wild. Wenn die wüssten was da für ein Spritbomber an Bord ist.

Nun sitzen wir an Deck und genießen wie sich das Schiff durch die Inselwelt der Ălandinseln schiebt.

13:00 kurzer Stopp in Mariehamn.

Nach einer wunderschönern Überfahrt legen wir gegen 18:30 in Turku an. Finnland empfängt uns in den Landesfarben mit blauem Himmel mit weißen Wolken, schön.

Wir fahren noch weiter bis Uusikaupunki. Hier übernachten wir auf einem Campingplatz der an einem schönen See liegt.

Nach dem Essen sitzen wir bis 23:00 nur so in der Sonne und Mücken freuen sich herzlich über uns.

15.06.87 4.Tag

Um 08.00 aufgewacht und es regnet, toll. Gegen 10:00 lässt der Regen nach und wir brechen auf. Wir wollen zunächst bis Vasa. Zwischendurch kommt die Sonne raus, aber vor uns bauen sich neue Wolken auf.

13:30 Mittagspause bei Vasa.

14:00 wir fahren weiter nach Norden immer entlang der Küste. Die Landschaft gleicht etwas unserer Heide. Bei Oulu fahren wir einen Campingplatz an. Hiekkasärköt heißt er. Wir nehmen uns für dies Nacht eine Hutti, direkt am Strand mit schönem Blick auf die Ostsee. Nach dem Grillen gehen wir am Strand entlang. Es ist ein wunderschöner Abend.

16.06.87 5.Tag

08:00 Aufstehen, Frühstück. Gegen 10:15 brechen wir wieder auf. Unterwegs latschte eine Elchkuh mit ihrem Kalb einfach so über die Strasse. Ich hoffe das Foto ist was geworden. Aber vielleicht sehen wir noch mehr Elche. Elche scheint es wohl zu geben, nicht nur auf den Warnschildern.

13:00 Mittagspause bei Kemi mit strahlend blauem Himmel.

14:00 geht’s weiter. Die Sonne lacht, wir auch. Wir fahren entlang des Torniojokki durch die wunderbare Landschaft. An seinen Stromschnellen vorbei immer weiter nach Norden. Auf der anderen Seite ist Schweden. Gegen 16:00 sind wir bei Juoksenki und überqueren den Polarkreis.

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Am Torniojokki
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Am Polarkreis
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Nach 1,5 Stunden erreichen wir unser Nachtlager bei Saaripudas sehr schön am Fluss gelegen. Ich bin stolz, da mein Reisepass nun einen Stempel vom Polarkreis hat. Im Fluss auf einer kleinen Insel stehen zwei kleine Schafe, die schreien die ganze Gegend zusammen. Nach dem Abendessen erkunden wir die Gegend und die Mücken fressen uns.

17.06.87 6.Tag

07:30 Aufstehen, Frühstück um 09:15 fahren wir weiter und drehen nach Osten ab Richtung Inari.
Wir wollen einen kleinen Abstecher zu einem Gletschersee bei Pukasaivo machen. Nach dem wir 10km in der Gegend umhergeirrt sind, sind wir wieder auf unserer eigentlichen Route, aber wo war der See. Es geht weiter durch eine Hochmoorartige Landschaft. Der Bewuchs wird karger.

13:00 Mittagspause im irgendwo. Inzwischen hat es angefangen zu regnen.

Mitten in der Gegend, wir denken an nichts böses, kommt ein Golf aus M vorbei. Aaaaaah!!

Gegen 16:00 erreichen wir Inari, bei Lapponia nehmen wir uns eine Hütte, da es immer noch regnet. Ich fahre noch mal zurück nach Inari um einen Piloten mit seinem Wasserflugzeug zu finden. Ich finde ihn und wir verabreden einen Rundflug.

Nach dem ich Peter geholt hatte, ging es los. Der Pilot, ein alter Finne im Trainingsanzug und Gummistiel startet das Flugzeug. War das spannend! Hier ein Hebel, da an einem Rad drehen und schon waren wir in der Luft. Es war trotz, dass es regnete, ein tolles Erlebnis über den noch vereisten Inarisee bis an die Russische Grenze zu fliegen.

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Am Inari
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Bei Aussteigen sagte er noch zu uns: „Wenn der Russe wieder kommt, helft ihr uns doch wieder!“

18.06.87 7.Tag

Unser Weg führt uns Richtung Kirkenes. Sonne und Regen wechseln sich ab. Unterwegs mache ich noch Fotos vom Inarisee. Dazu muss ich zwei Bodenwellen überwinden. Überall ist dickes Moos und ich sinke richtig ein, ich gehe wie auf Watte.

Weiter geht’s und fast unbemerkt waren wir in Norwegen. Kurz hinter der Grenze, bei Neiden, beschließen wir uns schon eine Hütte zu suchen.

Es ist 13:00. Nach der Mittagspause fahren wir weiter nach Kirkenes. Die Fahrt ging an den ersten Fjorden vorbei, Berg rauf, Berg runter. Gleich in Kirkenes musste ich auf eine Sprungschanze um ein paar Fotos zu machen.

Am Hafen konnten wir das Auslaufen eines Postschiffes beobachten, es war die Polarlys. Ich hoffe ich hab hier die richtigen Fotos für das Fotoclub Thema „Bester Bericht“ gemacht. Das waren sie auch.

Dann sind wir noch fix weiter zur Russischen Grenze gefahren. Eine Enttäuschung, sie war nicht so wie wir es von der Zonengrenze kannten. Nein, nur ein einfaches Schloss hing an einem etwas größeren „Gartentor“.

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An der Grenze
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Wir überlegten, ob wir mal eben den Kremel stürmen sollten. Wenig später erledigte das ja Mathias Rust für uns mit seinem Flugzeug.

Um 18:00 waren wir an unserer Hütte zurück. Heute habe ich richtig gearbeitet und
viele Fotos gemacht. Abendessen „ Waffen und Gerätepflege“ Duschen.

Nun sitzen wir hier und überlegen wie es morgen weiter geht.

19.06.87 8.Tag

07:00 Aufstehen, Frühstück. 08:00 Abfahrt. Unser Weg führt uns auf der E6 am Varangerfjord vorbei, durch eine karge, aber interessante Gegend.
Auf den Bergen vor uns liegt noch Schnee, die Seen sind noch vereist und das Mitte Juni. Die kleinen Birken treiben jetzt erst langsam Knospen.

Wir kommen durch die Berge. An einem Schneefeld, können wir uns bei strahlender Sonne, eine Schneeballschlacht, nicht verkneifen.

12:30 Mittagspause bei Ilfjord (nein nicht Ilford)- und weiter geht’s durch eine ständig wechselnde Landschaft. Und immer noch Sonne!

Gegen Abend erreichen wir Olderfjord, hier suchen wir uns eine Hütte für zwei Tage und Nächte. Bis zum Nordkap sind es nur noch 105 Kilometer. Morgen wollen wir einen Tagesausflug dorthin machen und abends wieder hier in die Hütte zurückkommen.

Wir sitzen am Fluss und grillen unsere letzten Würstchen. Hier ist alles sehr rustikal. Ich sag nur „Kampfausbildung aller Truppen“ Hoffentlich macht morgen das Wetter mit wenn wir zum Kap wollen.

20.06.87 9.Tag

Start um 08:20. Vorbei geht’s an Schiefergestein und an kristallklarem Wasser des Porsangerfjord. Einige Rentiere liegen rechts und links der Strasse auf dem kargen Gras. Einige laufen in ihrem torkelnden Gang über die Strasse. Vermutlich wieder mit Fliegenpilzen zugekifft.

10:00 sind wir an der Fähre und um 11:15 auf der Insel.


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Kurz vor dem Kap
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12:00 Mittagspause am Nordkap mit Blick auf das Eismeer. Gibt es was Besseres?

Neben uns steht ein alter Holländer, so um die 70 Jahre alt mit seinem Fiat 127. Er scheint darin zu wohnen, was der da alles drin hat. Bett, Kühlbox, Bett, Kaffeekocher usw. Wahnsinn! Er machte, wie er uns erzählte, einen Trip durch Europa, ganz allein. Klasse!

Außer von vier Japaner abgesehen, ist hier alles fest in deutscher Hand.

Auf dem Rückweg geraten wir in den Nordkapplauf. 30 Km hin und 30 Km zurück. Manche wandern, andere laufen. Was da für Typen dabei sind!

Nach einem kurzen Bummel durch Honnigsvåg, stehen wir nun am Anleger und warten auf die Fähre. Hinter uns steht ein WOMO mit der Aufschrift „Im Tiefflug zum Nordkap“. Es ist aus Augsburg, woher sonst. Hat vielleicht keine Pfennig gekoschtet. (Insiderwitz)

Peter ist nun Mitglied des „Royal North Cup Club“ geworden Nr. 5294 für 80 Nok. Ich darf ihn mit „Sir“ anreden. So weit kommst noch!

Heute fallen wir müde ins Bett. Eigentlich wollten wir schlafen, aber da kamen drei Italiener auf den Platz und wollten ein Zelt aufbauen. War da was los! Die haben vielleicht eine Show abgezogen um so ein kleines Zelt aufzubauen.

Der älteste von ihnen stand nur da und hat kluge Ratschläge gegeben, während die anderen sich mit dem Zelt und dem Gestänge abmühten. Am Schluss versetze das Igluzelt mit einer Hand um ca. 10 cm. Nun war er auch zufrieden. Haben wir gelacht, war das ein Spaß!

03:00 ich wache auf weil mir die Sonne auf den Bauch brennt. Ich schreck hoch! Verschlafen!? Es ist 15:00! Nein, hier geht die Sonne ja nicht unter, also umdrehen und weiterschlafen.


21.06.87 10.Tag

07.00 Aufstehen, Frühstück, Abfahrt 08:30
Wir fahren westwärts Richtung Alta. Der Altafjord sieht aus wie ein See in Italien, Kiefern mit Birkenbewuchs.

12.00 Mittagspause am Langfjord 12:45 weiter. Kurze Zeit später, sehen wir ein Lager eines Rotels. Auha! Die sind echt arm dran. Na, wer es mag.

Wenn man hier so die Gegend sieht, diese Fjorde, dieses kristallklare Wasser, möchte man direkt hinein springen. Aber ich schätze wenn ich das tun würde, wäre ich binnen Sekunden ein Mädchen. Das Wasser ist A…kalt.

Immer wenn es ein gutes Bild geben könnte steht so eine hässliche Stromleitung im Weg. Sch…!

Wir fahren entlang des Lyngenfjord. Rechts sehen wir eine gewaltige Bergkette mit 1500ertern. Um 17:00 sind wir in Nordkjöboten auf einem Campingplatz. Nach dem wir uns restauriert hatten, machten wir einen Erkundungsgang durch den Ort.

Nach dem Essen überlegen wir, wie wir weiterfahren. Wir beschließen einen Abstecher auf die Lofoten zu machen. Hoffentlich macht das Wetter mit, so wie bisher. Die Zeit vergeht viel zu schnell!

22.06.87 11.Tag

07:00 Aufstehen, Frühstück 09:00 Abfahrt. Wir hoffen, dass die Sonne es wieder schafft. Sie schafft es!

12.00 Mittagspause kurz vor Bogen 12:30 weiter. Einen kurzen Abstecher von unserer Route unternahmen wir, um uns Harstadt anzusehen. Dort sind gerade Festspielwochen, war ganz nett.

In Sortland suchen wir uns eine Hütte. Wir finden eine, die Tür war offen aber niemand auf dem Platz, nur eine Telefonnummer. Ich rufe dort an und wir können einziehen.

Nach dem Essen sehen wir uns den Ort an, irgendwie Tote Hose, aber die Gegend, toll. Gelb blühende Wiesen, schneebedeckte Berge im Hintergrund und davor blaues Wasser, der Himmel ist blau mit weißen Wolken. Was will ein Fotografenherz mehr!?

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Sortland
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23.06.87 12.Tag

07:00 Aufstehen, Frühstücken, eigentlich soll das Urlaub sein.
Abfahrt 09:00.Ein kleiner Regenschauer war schon, aber das war es wohl.
10:00 es regnet etwas und wir warten auf die Fähre nach Fiskebol. Das liegt auf den Lofoten.

11:05 legt die Fähre ab um 11:30 sind wir auf den Inseln.

12:30 Mittagspause, danach ein kleiner Einkauf. Auweia, die Lofotentrolle haben die Inseln in dicke graue Wolken gehüllt. Es regnet und es ist kalt! Toll!! Nach einer etwas planlosen Fahrt finden wir eine Hütte.

Danach fahren wir noch mal los. Wir wollten wissen, wann morgen die nächste Fähre geht. Dazu mussten wir über eine Mautpflichtige Brücke fahren. Der Mann im Häuschen grinste nur und wir freuten uns, dass wir nichts bezahlen mussten.

Als wir an dem laut unserer Karte vermeintlichen Fährhafen waren, stellten wir fest, dass von hier keine Fähre fuhr. Also zurück. Wieder an dem Mauthäuschen vorbei und diesmal kassierte er uns ab. Wir wussten nun auch, warum er so grinste.

Vor unsere Hütte brütete ein Austernfischer, ein Junges war schon geschlüpft.
Plötzlich stieg dicker Rauch auf dem Campingplatz auf. Ein Deutscher schnappte seinen 2 Kilo Löscher (der bringt es ja auch) und rannte los. Alle anderen auf dem Platz lachten und wir auch. Es war Mittsommer!!

24.06.87 13.Tag

Alles wie immer. The same procedure as every day! 09:30 wir sind am Fähranleger und warten auf die Fähre. Schade, es hätte hier bestimmt ’ne Menge Motive gegeben, aber der Regen ist zu stark. Gut das wir so früh hier waren. Andere hatten auch die Idee zu flüchten. Etwas später und wir wären nicht mehr mitgekommen. Die Fähre geht um 12:00, also warten.

Hinter uns steht ein Jetta und jedes Mal wenn wir die sehen, sind die wild am knutschen. Aber die sehen so murkelig aus. Warum vermehren sich immer die hässlichen!?
Ein LKW wird vermessen. Ob der noch mit auf die Fähre passt? Ein Aufstand!!
!2:15 kommen wir mit? Ja, wir kommen mit!

Wir sitzen im Bauch des Schiffes, draußen ist es zu schlecht. In unserer Nähe ist ein defekter Spielautomat. Die Norweger schmeißen eine Münze nach der anderen ein, ohne es zu merken. Wir liegen vor lachen schon fast unter dem Tisch. Aber alle stehen mit glänzenden Augen da und wollen auch ihr Glück versuchen.

Um 14:45 legen wir in Skutvik an. Bei Morsvikboten nehmen wir uns eine Hütte für die Nacht.

25.06.87 14.Tag

07:30 Aufstehen, Frühstück, 09:30 Abfahrt.
Heute haben wir viele Tunnel auf der Strecke, wir sind fast mehr unter der Erde als drüber. Aber wenn wir keinen Tunnel haben, lacht uns die Sonne an und wir sehen spiegelglatte Fjorde.

Die Mittagspause machen wir heute um 12:00 an der E6 kurz vor dem Polarkreis.
Die Sonne ist wieder hinter Wolken verschwunden, es regnet.

12:45 überqueren wir den Polarkreis in Richtung Süden.
Wir machen einen Abstecher von der Strecke. Laut Reiseführer soll hier ein großer Wasserfall mit Grotten sein. Aber nichts ist!

Bei Mo i Rana beziehen wir eine Hütte. Nach dem Essen trotte ich durch den Ort. Tote Hose!

26.06.87 15.Tag

Alles wie jeden morgen, wie bei einem alten Ehepaar.
Abfahrt 08:45 Wir müssen heute etwas Geld wechseln und einkaufen. Die Landschaft gleicht hier unserem Harz. An zwei großen Wasserfällen halten wir. Oh, sind die gewaltig.

Kurz vor Trondheim nehmen wir uns eine Hütte am Laxfossen. Ich sehe mir noch die Landschaft hier an, gegen 19:00 bin ich wieder zurück. Der Wetterbericht sagt für morgen Regen an, hoffentlich irren die sich. Heute hatte es immer wieder geregnet, aber etwas Sonne hatten wir auch. Morgen wollen wir uns Trondheim ansehen.

Wir haben heute eine Hütte mit TV. Luxus! Manches wirkt wirklich wie von Hannilein ( HP Kerkeling). Eben hat uns noch vor der Hütte ein Typ aus Hannover die Taschen vollgequatscht.

27.06.87 16.Tag

07:00 Aufstehen, Frühstück, 09:00 Abfahrt.
Bei der Abfahrt haben wir heute fast den ganzen Platz geweckt. Unser Bulli stand etwas schräg auf dem Rasen. Rückwärts fahren ging nicht, also irgendwie raus. Ein Hüttennachbar hat schon geflucht, statt etwas zu helfen.

Auf dem Weg nach Trondheim lagen in einem Fjord große Tanker. Ein Schiffsfriedhof??

Wir sehen uns Trondheim an. Die alten Lagerhäuser und den Dom. Der Nidarosdom ist eine richtige Überraschung für mich. Er ist ganz schön gewaltig, ich hätte hier so ein Bauwerk nie vermutet. Den muss ich mir näher ansehen.

Im Inneren zeigten Mädchen in langen roten Gewändern den Besuchern den Dom. Ich dachte immer, Engel haben weiße Kleider. Natürlich musste ich auf den Turm hinauf. Oben stolpere ich gleich über drei Japanerinnen, die sind auch überall.

In der Markthalle kaufen wir uns eine schöne Makrele zum Abendessen.
Am Auto zurück stellten wir fest, dass wir total eingebaut waren, aber zum Glück kam der Fahrer gleich. Wir fahren weiter.

Gegen 16:00 nehmen wir eine Hütte bei Sunndalsöra. Wir machen noch einen kleinen Ausflug zu einem nahen Wasserfall. Ich hoffe auf ein paar brauchbare Fotos.

Peter versucht nun den Fisch zu grillen, aber irgendwie……. Irgendwann nehme ich die Sache in die Hand und wir können endlich um 21:00 essen. Der Fisch war lecker. Vielleicht ist an mir doch ein Koch verloren gegangen. Selberaufdieschulterklopf.

Im Nachbartal scheint die Sonne, wir sind wieder auf der Schattenseite des Lebens.




28.06.87 17.Tag

07.30 Aufstehen, Frühstück, Abfahrt 09:30

Hier auf dem Platz ist eine Katze, eine richtige Schmusekatze. Ich weiß auch nicht, Katzen kommen alle zu mir. Als ich ein Foto machen wollte, rannte sie aber panisch davon, schade.

Bei der Abfahrt haben wir Sonne. An der Strasse sitzt ein Austernfischer. Er ist ganz traurig weil sein Gefährte/in überfahren wurde. Immer wieder stupst er ihn an……

Wir machen Mittagspause in Måndalen bei Ăndalsnes. Wir wollen uns eine Hütte nehmen, aber es ist niemand zu sehen. Da kommt der Zausel an und wir können fix abladen.

13:30 wir fahren noch nach Ălesund. Die Stadt gefällt mit auch sehr gut. Hat ja auch unserem Kaiser schon gefallen.
18:15 sind wir wieder an unserem Landsitz. Essen, Streckenbesprechung.


29.06.87 18.Tag

07:00 Aufstehen, Frühstück, 09:00 Abfahrt.

Heute wollen wir über den Trollstieg, nach Geiranger. Übrigens, haben wir immer noch keinen Troll gesehen. Der Trollstieg ist einfach toll. Diese Haarnadelkurven, diese Landschaft! An einer Bude sitzen drei Japaner schon fast zu Trollen mutiert, aber das zählt nicht.

Hier kommt mir ein Bus von einem in Hannover ansässigen Reiseunternehmen entgegen, mit diesem chaotischen Busfahrer waren wir an der Loire. Aaaaaaaaah!

Die Bergtrolle haben alles in Wolken gehüllt, aber für ein paar Fotos werden sie zu Seite geschoben. Alle die nach uns kamen hatten richtig Pech. Alles war wie in einer Waschküche. Wir waren mit den Trollen auf Du und Du.

13:45 sind wir in Geiranger. Wahnsinn! Im Fjord liegt gerade ein Kreuzfahrtschiff, dass macht sich gut auf dem Foto.
Nachdem wir uns eine Weile umgesehen hatten, fuhren wir rauf auf den Daldnibba.

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Am Geiranger
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Der Weg ging durch Meterhohen Schnee, wie durch eine Schneegasse.
Einer stand in nur Shorts und Skiern auf einem Schneefeld.

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Skitroll
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Von hier oben hat man einen tollen Blick über das Tal. Es werden Busseweise die Leute angekarrt. Ich mache einige Fotos von manchen urigen Typen.

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Geriranger
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Ein Stück weiter Richtung Lom nehmen wir eine Hütte direkt an einem Fluss bei einem Bauern. Es ist richtig toll hier! Hier könnte man bleiben. Ich sitze mitten im Fluss auf einem Stein in der Sonne und schreibe mein Tagebuch. Es gluckert, blubbert, gurgelt und rauscht aus dem quirligen Wasser. Schön!

Ich nehme doch noch mal den Bus und fahre ein Stück zurück, hinein in die tief stehende Sonne, um Fotos zu machen. Gegen 21:30 bin ich zurück.

30.06.87 19.Tag

Morgens alles wie immer.
Heute geht’s weiter über Lom durch die Berge. Die große Holzkirche erinnert uns an die Holzkirche in Hahnenklee im Harz. Aber heute haben die Trolle Waschtag.

Wir sehen nichts. 1400 Meter hoch führt uns die Strasse.

Nun sitzen wir auf einer kleinen Fähre nach Vangsenes. Zwischendurch hatten wir etwas Sonne gesehen. Wir fahren weiter in Richtung Voss. Noch einmal geht es über hohe Berge. Aber wieder keine Sicht. Kurz vor Voss machen wir heute Quartier.

Danach machen wir einen Abstecher zum schmalsten Fjord Norwegen, dem Nærefjord. Oh, ist der schön. Leider haben wir kaum gutes Licht. Wir gehen noch etwas auf einen Weg am Ufer entlang.

Es setzt wieder Regen ein. Um 19:00 sind wir wieder an unserem Landsitz.

01.07.87 20.Tag

Abfahrt 09:00 Heute müssen wir noch mal Geld wechseln und Brot kaufen. Um 10:00 müssen wir wieder einen Fjord überqueren um nach Brimnes zu kommen.

Unsere Mittagspause ist heute am Vøringfoss, aber es regnet. Um 12.30 die Trolle erbarmen sich und schieben die Wolken weg. Blauer Himmel, weiße Wolken und er Wasserfall der sich 188 Meter in die Tiefe stürzt, hat einen Regenbogen. So ist es richtig!

Weiter geht es durch das Hardangargebiet nach Geilo. Um 17:00 wollen wir kurz vor Oslo auf einem Campingplatz eine Hütte nehmen. Wir haben Pech, alles voll!
Also müssen wir heute im Bus schlafen. Gut, dass nicht die ganze Zeit so war.

02.07.87 21.Tag

Um 09:00 sind wir abfahrbereit. Ist das alles Umständlich nur im Bus zu wohnen.
Vor einem der vielen Tunnel kam eine Mautstelle. Wir bezahlten die Fünf Kronen in 10 Öre Stücken. Der Mann in der Mautstelle lachte, der kannte das wohl schon.

Um 10:00 erreichen wir Oslo. Wir sehen uns das Frammuseum, das Schloss und etwas die Stadt an. Nachdem wir aus Oslo heraus waren, machten wir eine kurze Rast an einer Raststelle. Ich überlege ,ob ich nicht bei den Mädchen im Nachbarauto einsteige und noch etwas hier bleibe.

Gegen 14:00 nehmen wir eine Hütte in Halden direkt auf der Burg. Genau das richtige für den letzten Tag. Nachdem ausladen fahren wir noch zum Svinesund. Tolle große Brücke. Nach der Rückkehr erkunde ich noch die Burg und nun sitze ich draußen in der Sonne und genieße den letzten Abend.




03.07.87 22.Tag

Abfahrt ist heute um 08:30. Wir wollen es über die Vogelfluglinie bis nach Hause schaffen. Mal sehen wann wir ankommen. 11.30 passieren wir Göteborg. 15:00 sind wir in Helsingborg und warten in der langen Schlange auf die Fähre. 16:45 wir haben schon bezahlt. 17:20 sind wir auf der Fähre.

Weiter nach Rødby. Ankunft dort um 20:00 - warten. Um 21:00 kommen wir auf das Schiff. Rauf an Deck. Blauer Himmel, Sonnenuntergang und Möwen, schön so.

22.35 fahren von Bord. In Heiligenhafen stärken wir uns noch mit einem Holzfällersteak zum Abschluss.

03:00 sind wir müde zu Hause. Das war bestimmt nicht meine letzte Reise in den Norden!
Viele Grüße
EKS
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Re: Einmal zu Nordkap und zurück

Beitragvon eurythmister » Donnerstag 31. März 2011, 21:34

Hallo Eckhard,

einen wunderbaren Bericht hast Du uns hier vorgelegt. Wie oft habe ich mich beim lesen an die eigenen Stationen meiner Nordlandreisen erinnert! Ganz schön rumgekommen seid Ihr jedenfalls in diesen drei Wochen!
Aber erinnerst Du Dich, was Du auch geschrieben hast?

Was will ein Fotografenherz mehr!?


Nur, wo sind all die herrlichen Fotos, die Du hier so trefflich mit Worten beschrieben hast? :groll:

HER DAMIT!!!!
Många hälsningar
Heyden
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Re: Einmal zu Nordkap und zurück

Beitragvon polnGrenze » Freitag 1. April 2011, 19:51

Ja Fotos habe ich auch nicht gesehen wo ich Nordkapfan bin schon mal. :D
Ich von der polnGrenze
HP: http://skandinavienfan.repage8.de
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Re: Einmal zu Nordkap und zurück

Beitragvon RoterBaron » Dienstag 19. April 2011, 07:42

ja es kommen noch Fotos. Gemach,gemach ;)
Viele Grüße
EKS
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